Hallo liebe Kaktusleser*innen!
Wie ihr vielleicht bereits wisst hat die gesamte Klassenstufe 11 in den vergangenen zwei Wochen das Compassion-Praktikum gemacht. Was das ist und wie das allgemeine Fazit der Schüler*innen ist, stelle ich euch heute vor, damit zukünftige Elfer wissen, was auf sie zukommt.
Da einige von euch vielleicht noch nicht wissen, was „Compassion“ ist, hier einmal ein Auszug aus meinem letzten Artikel (Compassion Praktikum – was ist das? Meine persönlichen Erfahrungen…) zu diesem Thema:
Erstmal: Was ist Compassion überhaupt? Wörtlich gesehen heißt es „Mitgefühl“, was sehr gut passt. Das Compassion-Praktikum ist ein zweiwöchiges Sozialpraktikum, das den Schülern die Möglichkeit bereitet, einen der folgenden Bereiche näher kennenzulernen:
1. Menschen mit Demenz
2. Menschen mit Behinderung (psychisch und physisch)
3. pflegebedürftige Menschen
Auch die Klasse 11c hat am Montag (09.Feb.2026) gemeinsam auf das Praktikum zurückgeschaut:
Für die Schüler*innen war Compassion weitgehend lehrreich:

Mit wenigen Ausnahmen wurden die positiven Erwartungen an das Sozialpraktikum erfüllt:

Negative Befürchtungen wurden kaum wahr:

Infolgedessen haben eine Klassenkameradin und ich mit 4 Schülern gesprochen. Sie haben ihr Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung bzw. in einer Pflegeeinrichtung für Menschen mit Behinderung absolviert. (Das folgende Interview ist sinngemäß wiedergegeben, da ich mir beim Schreiben lediglich Stichpunkte gemacht habe, es für die bessere Verständlichkeit aber versuchen werde in Sätzen zu formulieren)
Was war euer typischer Tagesablauf dort?
- Also es gab verschiedene Gruppen mit Teamleitern, und nachdem man angekommen ist hat man mit den Menschen geredet, eventuell bei der Arbeit geholfen. Es gab auch einen Frühstücksverkauf bevor man weiterhin mit der Arbeit geholfen hat. In den Pausen wurde auch viel miteinander gespielt, Tischtennis war hier sehr beliebt. Nach der Mittagspause gab es nochmal Arbeitszeit, in der z.B. sowas wie Schrauben verpackt wurden, wobei wir helfen konnten oder es gab betreuerische Aufgaben für uns.
- Bei uns waren die Menschen eher weniger zur Arbeit fähig, weshalb der Fokus deutlich mehr auf dem Betreuen/Begleiten lag. Es gab einen Morgenkreis in dem man bspw. gesungen hat, und dann war der Tagesablauf recht frei. Man konnte Spiele spielen, Motorik trainieren, Spazieren gehen…
Habt ihr euch am ersten Tag gut vorbereitet gefühlt?
- erstmal wurden uns sehr viele Sachen erklärt, aber dann hieß es auch relativ schnell „mach dein eigenes Ding“, weil man ja relativ frei war mit der Tagesgestaltung. Informationstechnisch war man auf jeden Fall gut eingeführt, aber dann musste man noch selber herausfinden, was man dann tun sollte
- ja, wir fühlten uns eigentlich sehr gut vorbereitet. Man wurde gut geführt, aber es gab auch Freiraum.
Was hat euch überrascht?
- In einer Abteilung wurde mit Fräs- und Drehmaschinen gearbeitet, was ja eine eher anspruchsvollere Arbeit ist, die man wahrscheinlich eher nicht erwartet hätte
- Das sie alle irgendwie ihre Eigenheiten, ihr eigenes „Ding“ hatten (und das Beste daraus machen).
Welcher Moment ist euch besonders im Kopf geblieben?
- Ja, ein negativer leider, bei dem ein Mann ziemlich pushy war und unangenehmes Verhalten gezeigt hat.
- Auch bei uns kam uns eine Person leider öfters zu nah und war geradezu belästigend. Es gab allerdings auch sehr schöne Momente, z.B. als ich mit einem joggen gewesen bin.
Was hat euch unerwartet Spaß gemacht?
- Der Kontakt mit den Menschen war immer toll und es war stets interessant ihre Geschichten zu hören. Der Umgang war einfach nett und lustig
- Bei uns auch. Einfach die Hintergrundgeschichten zu erfahren, mit den Menschen zu sein und sie auch in ihren Verhalten kennenzulernen.
Was war für euch am schwierigsten?
- Manchmal war die Kommunikation sehr schwierig, vor allem die Kontaktaufnahme wenn die Sprache als Medium nicht vorhanden war.
- manchmal wusste man einfach nicht, wie man mit manchen Menschen umgehen soll.
Wie hat sich euer Blick auf Krankheit verändert?
- Man hatte davor schon Respekt davor und auch etwas Vorwissen, aber war durchaus überrascht von der Fitness mancher. Manchmal vergisst man halt: Es sind ja trotzdem einfach erwachsene Menschen.
- Es war schön zu sehen, wie unfassbar glücklich und nett die meisten waren, und dass man eben dennoch das Beste aus dem Leben machen kann
- man hat trotz Vorwissen durchaus neue Extreme gesehen.
Hat das Praktikum eure Meinung zu sozialen Berufen verändert?
- Wir hatten schon zuvor Respekt davor, und das Praktikum hat diese Meinung nur gefestigt. Auch dass es Freiwillige gibt ist toll, vor allem da der Job anstrengend oder auch monoton werden kann. Für unsere Zukunft stellen wir uns allerdings etwas anderes vor.
- Das sehen wir genau so.
Was habt ihr für euch persönlich mitgenommen?
- Einen Einblick: Wo kommen denn z.B. solche Sachen wie verpackter Schrauben her? Was hat das mit dem Alltag von Menschen mit Behinderung zu tun und wie sieht dieser überhaupt aus?
- Man hat einfach den Umgang mit Menschen mit Behinderung gelernt und ist nun auch noch offener dem Ganzen gegenüber.
- Es hilft einem mal nachzuvollziehen wie das Leben mit einer solchen Einschränkung ist, und man hat mal einen Bezug zu diesem Thema gehabt.
- Ich finde, dass ich jetzt besser weiß, wie ich auch mit fremden Personen umzugehen habe, falls man welche trifft.
Findet ihr, das Compassion-Üraktikum sollte weiterhin Pflicht bleiben? Reichen 2 Wochen um etwas zu lernen?
- definitiv. Es gibt einem Einblicke in neue Bereiche, was gut ist. Auch waren 2 Wochen ein sehr guter Zeitraum, auch wenn es natürlich manchmal anstrengend ist.
Vielen Dank an die vier Schüler, die sich für das Interview bereit erklärt haben! Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick in das Sozialpraktikum bekommen!
Bis zum nächsten Mal,
Eure 🌵Melocactus🌵
