Hey liebe Leser, wie ihr vielleicht schon wisst, wird jedem Schüler in der elften Klasse am BZM die Möglichkeit geboten, ein Sozialpraktikum (Compassion) zu absolvieren. Entweder ist es in einem Altersheim, bei Personen mit Handicap (Behinderteneinrichtung) oder bei psychisch kranken Menschen. Ich war im BBF Uhldingen, bei einer Tagesstätte mit Behinderten und würde gerne im folgenden Bericht meine Erfahrungen mit euch teilen.
Das zweiwöchige Sozialpraktikum war eine neue Erfahrung für mich, welche mir Einblick in einen Bereich der Gesellschaft gegeben hat, in welchen ich normalerweise keine große Einsicht bekommen hätte, denn ich war im BBF Uhldingen https://www.stiftung-liebenau.de/teilhabe-und-familie/angebot/uhldingen/gemeindeintegriertes-wohnen-1869/
Am ersten Tag waren mir die Personen gegenüber noch ziemlich distanziert. Ich wusste nicht genau ,wie ich mit ihnen kommuniziere oder was ich mit ihnen machen sollte, da die meisten nicht sprechen konnten. Doch diese Distanz wurde schon am zweiten Tag deutlich weniger, denn dort habe ich schon mehrere Aktivitäten mit den Personen gemacht. Die Erzieher haben uns geholfen, indem sie uns in der ersten, aber auch in der zweiten Woche gesagt haben, was die einzelnen Betreuten so gerne mögen, was uns sehr geholfen hat, besser mit ihnen in Kontakt zu kommen. Durch die Gruppenaktivitäten wie den Morgenkreis, bei dem man zusammen Lieder singt oder das Spazieren gehen mit Bewohnern, konnte ich guten Anschluss an die Gruppe finden.
Anfangs fand ich vieles noch ungewohnt und teils verspürte ich teilweise auch etwas Ekel, da zum Beispiel einige Bewohner sabberten, einem unangenehm nah kamen oder nach Körperkontakt wie Umarmungen fragten. Am Ende des Praktikums hat mich das allerdings nicht mehr gestört und ich habe gerne die Menschen dort umarmt, wenn sie mich danach gefragt haben oder ich bin nicht weggegangen, wenn sie mir nah kamen, da ich verstanden hatte, dass sie hauptsächlich nur neugierig waren.
Zum Schluss hatte ich jede Personen in der Tagesstätte gut kennengelernt und schöne Aktivitäten mit ihnen gemacht. Am besten hat mir aber gefallen, als ich mit Michel, einem Rollstuhlfahrer, joggen konnte. Er ist sehr aktiv und die Erzieher hatten gesagt, ich könne das gerne machen, wenn ich dazu Lust hätte. Ihn hatte es sehr gefreut ,schnell zu fahren und er wollte danach immer wieder, dass ich ihn anschiebe. Das war sehr herzerwärmend, eine Personen so glücklich zu sehen.
Es gab jedoch auch eine Person, welche wir alle lieber gemieden hätten, da sie nicht auf ein Nein hörten und einen belästigten, indem sie uns unangenehm berührten, anrülpsten, absichtlich dreckig machten und mit nervigen Fragen ärgerten.
Wir durften auch die Logopädie und Physiotherapie mitmachen, wodurch wir auch einen kleinen Einblick in diese Gebiete bekamen und mehr über die Fähigkeiten der Personen lernten. Außerdem durften wir uns die Akten durchlesen. Dadurch konnte wir ihre Entwicklung, Verhaltensmuster und Vorgeschichte kennenlernen, welche uns dann in dem Verhalten später oft aufgefallen ist.
Ich bin sehr froh, dass unsere Schule uns diese Möglichkeit gegeben hat, an einem Sozialpraktikum teilzunehmen, denn die zwei Wochen haben mir einen guten Einblick und ein besseres Verständnis für diesen Teil der Gesellschaft gegeben und ich konnte viele nette, sozial engagierte Menschen kennenlernen.
