Markdorf, 10.03.2026 – Am Dienstagmorgen unternahm die Klasse 10c des Gymnasiums eine Exkursion zum ehemaligen KZ-Stollen in Überlingen. Ziel des Ausfluges war die Beleuchtung der Endkriegszeit: Ein Deutschland auf verlorenem Posten, mit den Alliierten und den Sowjets, welche immer näher rückten, und einer NS-Führungsriege, welche fanatisch an der Idee eines Endsieges festhielt. So auch im April 1944. Bomber der USA bombardieren die Stadt Friedrichshafen und zerstören dabei nahezu die gesamten Waffen und Rüstindustrie des deutschen Reiches. Folge aus diesen schweren Angriffen waren Änderungen in der Strategie: Weg von den wenigen Hauptwerken und hin zu vielen, dezentralisierten Werken. Und eben eines dieser Werke sollte auch Bodensee, in Überlingen entstehen. Innerhalb der großen Molassefelsen der Stadt sollte eine Stollenanlage entstehen, um innerhalb des Felsens in großen Hallen Waffen zu produzieren. Natürlich brauchte es für dieses Unternehmen viele Arbeiter. Da der Stollen schnell errichtet werden sollte, teilten sich die Schichten in 12 Stunden Schichten, also von 6-18 und von 18-6 Uhr. Da diese Arbeit niemand freiwillig gemacht hätte griff Deutschland auf eine Ressource zurück, von der wirklich genüge da war: Gefangene. Etwa 800 Männer wurden aus dem Konzentrationslager Dachau nach Überlingen gebracht, manche von ihnen gerade einmal 16 Jahre alt. Um sie zu beherbergen, entstand auch in Überlingen eine kleine Konzentrationslageranstalt, das KZ Überlingen-Dachau. Es starben auch einige der Zwangsarbeiter bei der Arbeit im Stollen: 224 Menschen verunglückten bestätigt bei der Arbeit, die Dunkelziffer könnte aber auch noch höher sein. Betritt man die unterirdische Anlage, so treffen einen viele Eindrücke: Zum einen die schiere Masse des Stollens. Obwohl nur ein Bruchteil der angepeilten Fläche ausgehöhlt wurde, wirken die Gänge dennoch monumental. Auch fällt einem auf wie aufgeräumt es ist. Keine Brocken oder ähnliches auf dem Boden, lediglich die großen leeren Gänge. Es ist kalt, und eher spärlich belichtet, was, wie man meinen könnte, das Gefühl der Bedrücktheit näher und präsenter macht. Es ist, als könnte man die Traurigkeit im Raum spüren. Als sich der Krieg dem Ende hin lehnte erkannte sogar das NS-Regime die Sinnlosigkeit ihres Vorhabens: Der Krieg lehnte ich final dem Ende zu, die Arbeiter waren vollkommen erschöpft und Nahrung wurde knapp. Am 21. April 1945 wurden die Männer, welche noch am Leben waren, zurück ins KZ Dachau gebracht. Dort mussten sie dann aber nicht länger ausharren, am 29.April wurde das KZ von der US-Army befreit, mit den Worten „You are free“ schwang ein Soldat die Tore auf und beendete die Gefangenschafft.
Auch endete mit diesen Worten die Führung durch die Berganlage. Verbindlichsten Dank an Herrn Doktor Bäcker, für das ermöglichen und leiten der Exkursion, sowie dem Verein Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch in Überlingen e.V.




Hört sich toll an, ich fahr ab und zu dort vorbei. vielleich sollte ich mal reingehen!