Es klingt schon zu gut, um wahr zu sein: Ein einziger Politiker möchte die veraltete Diplomatie, das Orchester, welches die Welt steuert, abschaffen und verspricht, Krisen wie den Ukrainekrieg oder die Konflikte in Gaza durch Verhandlungen zu lösen. Donald Trump will in seinem neuen ,,Board of Peace‘‘ dies in die Realität umsetzen. Jedoch geht es hier eher um eine Machtverbreitung während und nach Donald Trumps Präsidentschaft in den USA als um eine globale Sicherheit.
Die Frustration ist groß, wenn wir mitbekommen, wie die UNO (United Nations Organization; Vereinte Nationen), welche als Weltorganisation Frieden und Zusammenarbeit aller Staaten fördern sollte, durch ihre eigenen Regeln geschwächt wird. Wenn im Sicherheitsrat sich die Länder gegenseitig, blockieren, erscheint Trumps Idee, einen eigenen Friedensrat einzurichten, zunächst nachvollziehbar und logisch. Der Ansatz, Konflikte durch große Investitionen und wirtschaftliche Mittel, ohne langwierige Debatten innerhalb der Organisation durch veraltete Regeln zu beenden, wirkt plausibel. Warum sollte man ein neues Konzept ablehnen, wenn die Alternative eine Ruine ist? Doch das alles hat einen Haken.
Frieden kann man nicht erkaufen, wie ein Produkt im Supermarkt, denn in Trumps „Friedensrat“ scheinen weder das Völkerrecht noch universelle Menschenrechte eine Rolle zu spielen. Nur die wirtschaftlichen Interessen des Präsidenten spielen eine Rolle. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass das ,,Board of Peace‘‘ keine ernsthafte diplomatische Arbeit in den Krisengebieten leisten will. Vielmehr wirkt es so, also wollte sie die daraus resultierenden eigenen wirtschaftlichen Chancen nutzen, um somit eine größere Macht zu bekommen. Ein weiteres Problem ist, dass nur gezielt Länder in diese Organisation eingeladen werden, welche den USA und Trump strategisch nützlich sein können. Der Rest bekommt keinen Platz am Verhandlungstisch. Die Akteure müssen außerdem eine Gebühr von einer Milliarden Dollar zahlen, um dem ,,Board of Peace‘‘ überhaupt beitreten zu können. Diplomatie sollte niemals hinter einem Geldbetrag oder von einigen auserwählten, elitären Ländern stehen, da der Weltfrieden jedes Land gleichermaßen betrifft. Ein Bündnis, welches die ganze Welt beeinflusst, sollte nicht in der Hand einer einzelnen Person bzw. Landes sein dürfen.
Institutionen wie die UNO, die als Ziel haben, eine globale Sicherheitsordnung herzustellen, werden durch einen anvisierten Alleingang dieser angeblichen Friedensorganisation geschwächt. Internationale Regeln könnten geschwächt werden, wenn Länder Donald Trumps ,,Board of Peace“ beitreten, da er den Weltfrieden nur als Geschäftsmodell sieht.
Im Gk-Unterricht in der 11. Klasse lernen wir, dass verlässliche Verträge wichtig sind und was für schwerwiegende Folgen eine Machtausnutzung haben kann. Das ,,Board of Peace‘‘ scheint diese Prinzipien jedoch völlig zu ignorieren. Es geht nur um Machtverbreitung und wirtschaftliche Vorteile Amerikas, anstatt um die Chancengleichheit jedes Landes (Stichwort: Mitgliedsbeitrag von 1 Millarden Dollar) und dem tatsächlichen Friedenserhalt.
Die UNO hat viele negative und veraltete Regeln, wie z.B. das Vetorecht, welche es der Institution erschweren, große positive Entscheidungen für die Welt zu treffen, ohne dass der Egoismus der Akteure im Vordergrund steht. Jedoch überwiegen die negativen Seiten von Trumps Friedensorganisation bei Weitem. Ein Frieden, welchen rein auf finanzielle und persönliche Entscheidung basiert. ist instabil. Sobald die Bedingungen nicht mehr stimmen, wird das Kartenhaus einstürzen. Man sollte sich von seinen vielversprechenden Reden nicht täuschen lassen, denn am Ende braucht man keine Person, welche ein Solo spielt, sondern ein Zusammenspiel aller Akteure in einem Orchester, um einen funktionierenden, sicheren Weltfrieden zukünftig zu wahren.
