Hi, bestimmt habt ihr schon mal von der Sportart Cheerleading gehört. Aber worum geht es in dieser Sportart wirklich? Wir haben für unser Deutschprojekt einen Zeitungsartikel geschrieben. Viel Spaß beim lesen.
Nachricht:
CCVD-Cheerleading-Meisterschaft in Deutschland
Vom 24.01 bis zum 08.05 fand die Cheerleading-Meisterschaft vom Verband CCVD (Cheerleading und CheerperformanceVerband Deutschland e.V.) statt um die Entsexualisierung und Anerkennung als Leistungssport zu fördern. Sie wurde an vier verschiedenen Orten, unter anderem in Neu-Ulm, ausgetragen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen traten in den Altersgruppen von sechs bis elf und von elf bis 16 an. Die Gewinner bekamen einen Pokal, eine Weiterleitung gibt es nicht.
Reportage:
Mut, Teamgeist und spektakuläre Stunts
Mehr als Glitzer und Klischees
„Popo wackeln und Puschelwedeln ist nicht so anspruchsvoll“, antwortet M. Gardemann auf die Frage, ob Cheerleading anstrengend sei. Allerdings hat er sich auch noch nie wirklich mit Cheerleading beschäftigt. Außenstehende wissen häufig nicht, wie professionell und leistungsorientiert Cheerleading wirklich ist.
„Der Sport besteht aus vier wichtigen Elementen, nämlich Stunts, Tumbling (Bodenturnen), Tanzen und Sprünge. Hinter einer Routine mit all diesen Elementen stecken „hartes Training, Kraft, Ausdauer, Technik, Körperspannung und viel Vertrauen im Team“, erklärt Lisa Gwinn, die Mitgründerin des Cheerleading-Vereins beim TSB und Trainerin der Juniors (11 bis 16 Jahre).
Außerdem gibt es noch die Peewees (5-11 Jahre) und die Seniors (ab 16 Jahren).
M. Gardemann findet: „Cheerleading ist eine nette Abwechslung bzw. Pausenfüller beim American Football.“
Das ist das Klischee über Football-Cheerleading, welches wirklich nur Anfeuern ist. Es gibt jedoch auch Allstar-Cheerleading und Mischungen, die wesentlich anspruchsvoller sind. Sobald die Leute ein Training oder einen Wettkampf sehen, merken viele schnell, wie anspruchsvoll Cheerleading wirklich ist und dass es viel mehr als nur „in kurzen Röcken mit PomPoms tanzen“ ist.
Starke Stunts statt verstaubter Vorurteile
Viele Menschen haben beim Cheerleading bestimmte Rollenbilder im Kopf. Sie kommen gar nicht auf die Idee, dass es auch männliche Cheerleader geben könnte. Dadurch werden diese oft nicht ernstgenommen oder mit Klischees konfrontiert – zum Beispiel Fragen nach ihrer „Männlichkeit“ oder ihrer sexuellen Orientierung. „Jeder sollte die Rolle übernehmen können, die am besten zu den eigenen Fähigkeiten passt. Doch ob Mädchen oder Junge – Cheerleading beweist, dass Leidenschaft, Talent und Zusammenhalt wichtiger sind als alte Klischees.
Lisa Gwinn glaubt: „Wenn man einmal vom „Cheer-Fieber“ gepackt wurde bleibt das für immer!“
Gelber Infokasten:
Cheerleading – ein Trendsport aus den USA – Cheer hat seinen Ursprung in den USA und ist dort sehr beliebt.
Viele Schulen, Colleges und Sportvereine haben eigene Cheerleading-Teams.
Heute gilt Cheerleading in den USA als anerkannte Sportart mit Millionen aktiver Sportler und Sportlerinnen.
Durch amerikanische Soldaten, Filme und den Einfluss des American Footballs verbreitete sich Cheerleading später auch in Deutschland.
Interview
Überschrift: Im Team zählt nicht das Geschlecht
1. Wie bist du zum Cheerleading gekommen?
Mit 13 war ich zusammen mit zwei Freundinnen auf der Suche nach einer neuen Sportart. Dann wurden unsere Eltern auf eine Zeitungsanzeige aufmerksam, dass Cheerleading angeboten wird. Damals absolut nicht großartig bekannt und auch Football noch eine totale Randsportart. Wir waren einmal im Training und sofort Feuer und Flamme.
2. Welche Reaktionen bekommst du, wen du erzählst, dass du Cheerleading machst?
Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Manche finden es sofort cool und bewundern den Sport. Andere reagieren erst mit Vorurteilen oder machen dumme Witze, manche machen manchmal dumme Kommentare oder kommen sofort mit den typischen Klischees um die Ecke.
3. Wird Cheerleading oft eher als Unterhaltung statt als Sport angesehen?
Ja, weil viele Menschen nur Auftritte bei Footballspielen oder Filme darüber kennen. Dadurch sehen viele nur die Show und nicht die sportliche Leistung dahinter. Cheerleading ist jedoch im Allgemeinen ein sehr anspruchsvoller Sport. Trotzdem wird dieser oft unterschätzt, weil Außenstehende oft nicht wissen, wie professionell und leistungsorientiert wirklich ist.
4. Welche Formen des Sexismus treten im Cheerleading besonders häufig auf?
Oft wird Cheerleading sexualisiert, zum Beispiel durch Kommentare über Kleidung oder Aussehen. Weibliche Cheerleader werden teilweise eher nach ihrem Aussehen oder ihrem Körper als nach ihrem Können bewertet.
Männliche Cheerleader müssen sich dagegen oft rechtfertigen, warum sie diesen Sport machen. Häufig wird dabei sogar über ihre sexuelle Orientierung spekuliert oder der Sport als „unmännlich“ bezeichnet.
5. Gibt es im Cheerleading geschlechtsspezifische Rollenbilder?
Ja, viele Menschen haben beim Cheerleading bestimmte Rollenbilder im Kopf. Oft denken Außenstehende, dass Cheerleading hauptsächlich ein Sport für Mädchen/Frauen ist und Jungs dort „nicht reinpassen“. Männliche Cheerleader werden deshalb manchmal überrascht angeschaut oder mit Vorurteilen konfrontiert.
Intern merkt man aber schnell, dass Cheerleading nichts mit typischen Rollenbildetn zu tun hat. Im Team zählt nicht das Geschlecht.
6. Haben männliche Cheerleader mit Vorurteilen zu kämpfen?
Ja, viele männliche Cheerleader haben mit Vorurteilen zu kämpfen – vor allem von Menschen, die den Sport nicht kennen. Häufig wird überrascht oder sogar kritisch reagiert, weil Cheerleading oft völlig zu Unrecht als „reiner Mädchensport“ gesehen wird. Dadurch werden Männliche Sportler oft nicht ernst genommen oder mit Klicheeskonfrontiert.
Männliche Cheerleader sind ein wichtiger Teil des Sports und in gut geführten Teams zählt nicht das Geschlecht, sondern Können, Vertrauen und Teamleistung.
7. Welche Veränderungen könnten helfen, Sexismus im Cheerleading zu reduzieren?
Viele Vorurteile entstehen, weil Menschen den Sport kaum kennen oder nur Klichees darüber haben. Wichtig wäre deshalb, Cheerleading stärker als ernsthaften Sport darzustellen und nicht nur als Unterhaltung.
Außerdem sollte weniger in „typischen Mädchen- oder Jungensportarten“ gedacht werden. Im Sport sollte nicht das Geschlecht entscheiden, welche Rolle jemand übernimmt, sondern Talent, Fähigkeiten und Persönlichkeit. Mehr Respekt gegenüber allen Sportlern und eine fairere Darstellung in Medien und Gesellschaft könnten ebenfalls helfen, Vorurteile und Sexismus abzubauen.
8. Sollte mehr Aufklärung über Sexismus im Sport stattfinden?
Ja, auf jeden Fall! Viele Vorurteile entstehen, weil Menschen nur bestimmte Rollenbilder kennen. Mehr Aufklärung könnte helfen zu zeigen, dass Sport nichts mit Geschlecht zu tun haben sollte. Jeder Mensch sollte den Sport machen können, den er oder sie liebt, ohne dafür beurteilt oder beleidigt zu werden.
Eure Mara und Mathea

Wow der Artikel ist soooo cooool😍😍😍😍
Voll schön geschrieben 🥹❤️